Grab des Tut-ench-Amun

Von der Entdeckung im Tal der Könige

Im November 1922 war es soweit. Einer der größten und bedeutensten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts weckte das Interesse der ganzen Welt: das Grab des Pharaos Tut-ench-Amun. Sie entfachte die Phantasie aller Hobbyarchäologen über eine geraume Zeit, eine Phantasie, die seine Entdecker Howard Carter und sein Geldgeber Lord Carnarvon bereits Jahre zuvor zu zahlreichen Ausgrabungen animierte.

Howard Carter war nahezu besessen von der Idee des Grabes im Tal der Könige. So war es eine Mischung aus Ehrgeiz, Abenteuertum und jede Menge Glück, die ihm dazu verhalfen endlich auf das Grab von Tut-ench-Amun zu stoßen.
Umriss: Grab des Pharao Tut-ench-Amun
Man kann sagen, es war nahzu 5 vor 12. Fast wäre das Grab möglicherweise bis heute unentdeckt geblieben. Denn Ausgrabungen waren auch damals sehr kostspielig und wurden überwiegend privat finanziert. Nur die Bekanntschaft und Freundschaft mit Lord Carnarvon machte es Howard Carter möglich, die langen Jahre der Ausgrabungen zu finanzieren. Man muss bedenken, dass die Existenz für das Grab des Tut-ench-Amun nie bewiesen werden konnte, es war blanke Theorie. Bereits 5 Ausgrabungsversuche hatte Howard Carter vergeblich unternommen. Die drohende Weltwirtschaftskrise, ließ zunehmend auch den überaus wohlhabenen Earl Carnarvon rechnen. Diesen verließ mittlerweile der Mut und das Vertrauen in Carters Theorie vom Grab des Tut-ench-Amun. Bei einem Besuch von Howard Carter in Carnarvons Schloss in Highclere / Berkshire im Sommer 1922, verkündete Carnarvon Carter die Einstellung des Tut-ench-Amun Projektes. Carter war natürlich tief getroffen von dieser Nachricht, waren die beiden doch nun über 15 Jahre miteinander befreundet. Wahrscheinlich beschlich ihn eine Mischung aus Trotz und Enttäuschung, die ihn zu dem Entschluss kamen ließen, die Aktion doch "irgendwie" auf eigenen Kosten durchzuziehen. Tief beeindruckt vom Kampfgeist Carters, ließ sich Lord Carnarvon noch einmal hinreißen. Howard Carter sollte mit einem 6. und damit auch endgültig letzten Versuch das Grab in Theben bei Luxor aufspüren. Letztendlich wusste auch Carter, dass weitere Ausgrabungen nach einer erneuten misslungenen Aktion sinnlos wären.